Meldestelle für Absurdes

Die Mitglieder des Aktionsnetzwerkes wissen: Regeln sind wichtig und qualitätssichernd. Trotzdem erreichen Vorschriften nicht immer die gewollten Ziele:

Die „Meldestelle für Absurdes im Alten- und Pflegebereich“ listet Fälle von Überregulierung, die dem alten Menschen kein Mehr an Lebensqualität bringen, manchmal sogar das Gegenteil bewirken. Sammeln wir gemeinsam und diskutieren wir, wie wir Änderungen initiieren. Sie möchten Absurdes aus Ihrem Bereich melden? Gerne hier!

 

hadschieff

„Wachkoma und Badezimmer“

Ich habe gerade in einem meiner HumanoCare-Häuser in Salzburg eine Wachkoma-Station gebaut. Das wichtigste für diese Patienten: Reize, die sie bekommen, also Ansprache.

Vorschrift sind Einzelzimmer mit Sanitärbereich. Im Einzelzimmer ist auf alle Fälle weniger los als in einer Mehrbettsituation. Okay, ich habe mobile Wände durchgesetzt, aber bis jetzt haben wir sie nie rausgenommen. Es bleibt – oft auch auf Wunsch der Angehörigen bei dieser isolierten Situation. Per Vorschrift braucht jeder Wachkoma-Patient sein eigenes barrierefreies Bad. Vielleicht nutzt man das jeden 2. Tag für sagen wir 45 Minuten – die Vorschrift, wie oft man Wachkoma-Patienten duscht, hab ich jetzt nicht im Kopf. Dafür jedenfalls bauen wir bei zehn Betten, zehn dementsprechend große und dementsprechend ausgestattete Nassräume. Und reinigen sie laufend. Davon hat der Wachkoma-Patient nichts – gar nichts.

Bei einem Besuch in Schweden beim Karolinska Institute habe ich gelernt, welchen Unterschied es macht, wenn man radikal die Lebensqualität der Patienten in den Mittelpunkt stellt und alle Entwicklung daran orientiert. In Österreich sind wir zwischen Zertifizierung und Regulierung gefangen – und das alles in neun Bundesländervarianten. Das ganze Interview lesen sie hier.

 

 

 

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