Netzwerktreffen 01/2019

Nachbericht + Kurzvideos

21. Februar, 2019 | 18:00 – 20:00 Uhr
Pensionistenklub der Stadt Wien, 6., Gumpendorfer Straße 117

„Gemeinsam statt einsam“ lautet das Schwerpunktthema des Aktionsnetzwerks ALT SEIN UND GUT LEBEN 2050 für das Jahr 2019. Dazu gibt es am 1. Oktober 2019 in Wien ein großes Symposium im diskussions-offenen Format eines Barcamps: ALTTAG2019.

Expert*innen und Betroffene berichten und diskutieren im Rahmen des ersten Netzwerktreffens über die Pflege-Situation, Initiativen der Zusammenarbeit mit Pflegeheimen, ehrenamtliche Tätigkeiten und nicht zuletzt die Bewusstseinsbildung und Imagearbeit.

Themen – Statements – Ausblick

Folgende Themen wurden im Zuge der Diskussionsrunde besprochen und finden sich auszugsweise im Video-Blog oben (bitte auf das Foto klicken) wider:

  • Es braucht mehr Wissen über das Angebot des Ehrenamts.
  • Pflegeheime haben viel mehr Ressourcen als Pflegende zu Hause. Pflegeheime öffnen sich im Bezirk, in der Region. Andererseits ist Pflege zu Hause am billigsten.
  • Bewusstsein über die Pflege-Situation schaffen: Fast 1 Million Menschen sind als pflegende Angehörige tätig!
  • Es braucht Rechtsansprüche und Unterstützung.
  • Es gibt bereits Initiativen, in denen Zusammenarbeit mit Pflegeheimen umgesetzt wird – Stichwort: Kuratorium Wiener Pensionistenhäuser (KWP).
  • Es braucht mehr Aufklärung darüber, wie man zu Informationen kommt. In diesem Zusammenhang ist es spannend, wie weit die Digitalisierung ist? Wie schaut es mit dem Zugang und dem Umgang in Sachen Internet aus? Was braucht es da von Seiten der technischen Errungenschaften?
  • Fokus zuerst auf Betreuung und dann erst auf Pflege: Es geht um Lebensqualität, Wohnqualität und dann Betreuungs- und Pflegequalität.
  • Es fehlt der Nachwuchs im Gesundheits- und Pflegebereich.
  • Gefragt ist Imagearbeit zum Thema Alter.
  • Ehrenamt ist nicht umsonst, es braucht Strukturen etc. Bezahlung versus Ehrenamt.
  • Es braucht Bewusstsein, Hilfe anzunehmen, auch bei den pflegenden Angehörigen.
  • Der Trend geht Richtung „active aging“ mit Terminkalender, wobei man es auch übertreiben kann – Stichwort Burn out im Alter.

Fotos vom Netzwerkabend 01/2019

Wenn Sie Interesse, Fragen, Anregungen haben oder Kritik äußern möchten, bitte um Kontaktaufnahme unter office@alt-sein-und-gut-leben-2050.at oder telefonisch unter 01 / 585 1590

 

Netzwerktreffen als „Komm-vor-Zone“

„Bei unseren Netzwerktreffen wollen wir diskutieren und Meinungen austauschen“, so Wolfgang Rath vom Aktionsnetzwerk, der durch den Abend führte und moderierte. „Wir kreieren Ideen und führen den Dialog zu Themen, die uns wichtig sind: Was bedeutet die aktuelle gesellschaftliche, demographische Entwicklung für uns? Was bedeutet es, wenn die Regierung verstärkt auf pflegende Angehörige setzt? Sind die angekündigten Entlastungsmaßnahmen zielführend und ausreichend, oder lassen wir uns gegenseitig ausspielen: mobil gegen stationär?“

Die Teilnehmer*innen am Netzwerktreffen 01

Vor der Eröffnung der Diskussionsrunde stellten die Teilnehmer*innen kurz ihre Themen, Interessen, Anliegen und Kompetenzen vor:

Erika Winkler, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz: „Wir beschäftigen uns gerade mit der Strategie des aktiven Alterns und sagen, dass die soziale Teilhabe das Entscheidende ist: Gemeinsam statt einsam. So können auf der Ebene der Gemeinden Freiwilligentätigkeit gefördert werden, neue Netzwerke geschaffen werden, eine neue Nachbarschaftshilfe plus sozusagen, um auch alle Hochaltrigen mit einzubeziehen und gegen Einsamkeit im Alter vorzugehen.“

Birgit Meinhard-Schiebel, ehrenamtliche Präsidentin der „Interessensgemeinschaft pflegender Angehörige“: „Ich habe mich über viele Jahre mit Seniorenpolitik auseinandergesetzt und gemerkt, wie viel Freude es den Senioren macht, wenn sie nach dem Erwerbsleben endlich einmal die Chance haben, das zu tun, was sie schon immer wollten. Manche machen wenig, manche machen sehr viel, egal – ich finde es wichtig, darauf zu achten, dass man in Verbindung und in sozialen Kontakten bleibt.“

Edith Geitzenauer, Betriebsmanagerin „Silver Living“ für Betreutes Wohnen: „Ich bin ganz nahe im Betreuten Wohnen und kann gut nachfühlen wie sich unsere Kunden fühlen und wo ihre Bedürfnisse sind. Darüber hinaus bin ich selbst pflegende Angehörige, weil mein Mann im Rollstuhl sitzt und ich hautnah mitbekomme, wie das ist und wo es Grenzen und Bedürfnisse gibt.“

Angelika Hausenbiegel, Heimleiterin: „Ich habe mich dem Aktionsnetzwerk angeschlossen, weil es Personen braucht, die aktiv etwas verändern wollen. Ich habe mich im Rahmen meiner Dissertation mit innovativen Wohnformen beschäftigt, und da lernt man dieses Generationsübergreifende noch inspirierender einzusetzen.“

Doris Stelzer hat den Pflegeverlauf ihres verstorbenen Vaters – die Pflege und die Probleme rundherum – mitbekommen und intensiv selbst mit erlebt: „Ich habe auch in einem Forschungsprojekt mitgearbeitet, wo es um selbstbestimmtes Altern in Wohnprojekten ging, wo wir uns mit sozialen und technologischen Innovationen auseinandergesetzt haben und der Frage: Wie kann sich eine Gesellschaft im Rahmen eines Wohnprojekts arrangieren und agieren, um selbstbestimmtes Altern möglich zu machen?“

Horst Harlacher, Marketingleiter Kuratorium für Wiener Pensionisten-Wohnheim (KWP): „Wir sind mit den 30 ‚Häusern zum Leben‘ und den 150 Pensionistenclubs ein großer Player in Wien und am Thema ‚Kretzl-Öffnung‘ und soziale Teilhabe natürlich sehr interessiert.“

Michael Hiesinger, Angestellter im ‚Vollpension Generationen Café‘: „In unserem Café arbeiten mehrere Generationen im Betrieb zusammen. Wir sind gut besucht und wir versuchen jetzt gerade, unsere Tätigkeit auf verschiedene andere soziale Projekte auszuweiten. Dazu wollen wir uns auch im Bezirk mit anderen Projekten vernetzen, um mit unserer Umwelt in Interaktion zu treten.“

Sieglinde Rameder, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Aktionsnetzwerk: „Für mich ist es ein Anliegen, Menschen zusammen zu bringen, Begegnungen zu ermöglichen. Ich interessiere mich total für alles, was andere Menschen erlebt haben, was sie berichten können…“

Adelheid Schmeissl, psychologische Beraterin und Supervisorin. „Mein Weg als Beraterin ist aus einem Ehrenamt entstanden, da ich immer wieder mit Pflegenden zu tun habe und selbst Pflegende war. Dabei habe ich diese Persönlichkeitsentwicklung für mich selbst gemerkt und zum Beruf gemacht.“

Vera Härtel, pflegende Angehörige, ehrenamtlich tätig: „Ich habe meine Tochter eine Zeit lang gepflegt – sie ist im Rollstuhl gesessen und danach verstorben. Ich weiß, wie schwierig es ist, physisch und psychisch ohne Unterstützung – die ich nur an vier Tagen in Anspruch genommen habe … sehr spät, für mich eigentlich fast zu spät. Und jetzt bin ich seit neun Jahren ehrenamtlich auf einer Palliativ-Station tätig.“

Waltraud Fastl, Leiterin der Marketing Service Stelle der Caritas Wien: „In meiner Funktion beschäftige ich mich sehr viel mit dem Thema Pflege, stationär und mobil aber auch mit Angehörigenarbeit – und das ist gleichzeitig meine Leidenschaft. Ich bin heute hier, weil auch für mich persönlich das Thema ‚Alt sein und gut leben 2050‘ wichtig ist, und es darum geht, Altersbilder zu verändern.“

Elisabeth Gerhardus-Rennmayr, ehemalige Pflegeheimleiterin, aktuell im Behindertenbereich tätig: „Ich werde 58 und mache mir Gedanken, wie wird das sein im Alter? Von meinen Kindern zu verlangen, dass die mich pflegen, das kann oder will ich mir irgendwie nicht vorstellen. Aber ich möchte auch soziale Kontakte haben…“

Christine Darwish, Gründungsmitglied und Projektleiterin des Vereins ‚Senioren Web‘: „Wir sind ein neuer Verein in Wien und versuchen, der Einsamkeit mit digitalen Mitteln entgegen zu wirken. Wir haben sowohl ein soziales Netzwerk auf unserem Portal als auch Live Sessions wie Stammtische für Senioren. Unser Ziel ist es, Senioren zu vernetzen, egal ob sie mobil oder nicht mehr mobil sind.“

Vera Gallistl, Institut für Soziologie der Uni Wien, Forschung im Bereich ‚Alltag – Generationen – Lebenslauf‘: „Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren mit den diversen Lebenslagen von älteren Menschen in Österreich. Im letzten Jahr haben wir eine relativ große Studie zum Wohnen im Alter durchgeführt zum Thema: Welche Bedürfnisse haben ältere Menschen selbst, wenn es ums Wohnen im Alter geht? Ein anderes Thema, das uns sehr beschäftigt, ist die Diversität im Alter. Im demographischen Wandel wird die Altersgruppe der Älteren nicht nur größer, sondern sie wird auch viel diverser. Da werden wir in Zukunft mit einem Altersbild, das ganz häufig auf Defizit und Rückzug im Alter abzielt, nicht sehr weit kommen!“

Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbands „LebensweltHeim“, kommt aus der Pflege, war in der Heimleitung und ist jetzt Projektentwickler für Pflegeeinrichtungen im Land Niederösterreich: „Falls ich selbst mal in einer Pflegeeinrichtung leben werde, möchte ich dort gut leben können. Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, dafür zu sorgen – wo immer die Menschen auch leben: ob zu Hause, ob betreut zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. Und da haben wir noch einiges zu tun. Wir sind mit dem Aktionsnetzwerk in einer Position, in der wir etwas bewirken können, wo wir Einfluss nehmen können, wo wir Zugang zur Politik haben. Und wir möchten unsere Expertise einbringen. Aus diesem Grund ist der Austausch mit verschiedenen Settings wichtig, um gemeinsam etwas zu entwickeln und auch der Politik vorzulegen, eine Expertenmeinung zu vertreten oder einfach lästig zu sein. Wir sind jetzt gottseidank soweit, dass sich die Politik mit dem Thema ernsthaft beschäftigt.“

Monika Honeder, leitet zwei Häuser des KWP, hat ihren Vater beim Sterben begleitet und lebt mit zwei schwer kranken Schwiegereltern im Familienverbund: „Das Thema Diversität im Alter beschäftigt mich gerade sehr, auch weil jetzt auch gerade ein Generationenwechsel stattfindet. Das merkt man, es sind andere Bewohner heute als es damals waren. Ich habe eine Hospizbewegung aufgebaut und seit 1996 beschäftigt es mich, was da an Klischees mit alten Menschen gibt, an Irrglauben, an Schubladendenken! Aber das Thema ist da – und nichts ist so wenig aufzuhalten, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist! Und deshalb müssen wir jetzt etwas tun. Ich verliere manchmal etwas die Geduld und trotzdem brenne ich dafür, weil ich es selbst auch einmal fein haben will im Alter, egal wo ich bin. Und dass dieses Segment auch als Wirtschaftsfaktor wahrgenommen wird – weil wir sind nicht die Almosenempfänger, weder die Träger noch die Bewohner, wir sind eine Wirtschaftsmacht, und keine kleine!“

Edgar Führer, Education Officer beim Europäischen Netzwerk für Altersfragen, dort für Ausbildungsfragen zuständig: „Wir versuchen derzeit mit einem Erasmus Projekt die Ausbildung für Führungskräfte im Altenarbeitsbereich neu aufzustellen. Vor 30 Jahren habe ich die Arbeitsgemeinschaft der Pflegeheime Niederösterreich gegründet, war denn Mitglied der Gründer des Bundesverbandes. Unsere Vision damals war es, dahingehend zu verändern, dass Menschen menschenwürdig betreut werden! Wir haben viele Dinge in Bewegung gebracht.“

Wolfgang Rath, Organisationsberater: „Ich bin seit über 20 Jahren im Bereich der Langzeitpflege als externer Berater tätig und unterstütze dabei die Mitarbeiter/innen und die Führungskräfte in der Erreichung ihrer Ziele und Vorgaben. Seit 2007 veranstalte ich in Kooperation mit der Donau Universität Krems den europäisch zertifizierten E.D.E. Masterlehrgang für Heimleiter*innen in Alten- und Pflegeheime. Die Entwicklung in dem Bereich der Langzeitpflege ist mir ein großes Anliegen und darum engagiere ich mich als Vorstandsvorsitzender im Aktionsnetzwerk.“

 

„Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt…“

Impulsvortrag von Friedrich Roiser, Ausbildner für Ehrenamst-Koordination

Friedrich Roiser hat in den neunziger Jahren im Landespflegeheim in Tulln ein ehrenamtliches Besuchsteam für Heimbewohner*innen aufgebaut und dies wurde – mit Hilfe der Politik – auf alle NÖ Landespflegeheime ausgeweitet. „Ich habe eine Ausbildung für die Ehrenamtskoordination von Besuchsteams in Pflegeheimen entwickelt und habe sie dann am WIFI und an der Landesakademie umgesetzt“, so Roiser, „Ich bin selbst auch nach wie vor ehrenamtlich im Pflegeheim tätig, ich muss ja wissen wovon ich spreche, und ich mache nach wie vor Schulungen für Ehrenamtliche.

Fakten zum Thema „Gemeinsam statt einsam“

Derzeit leben von den über 80-jährigen 60 % allein. 67 % der Österreicher haben Angst vor der Einsamkeit. 14 % sind überzeugt davon, im Alter einsam zu werden. Allein sein macht krank, Krankheit macht einsam – das ist eine Spirale nach unten. Einsamkeit erhöht das Risiko für Herzerkrankung um 29 %, für Schlaganfälle um 32 %. Mangelnde soziale Bindung ist genauso ungesund wie 15 Zigaretten am Tag und doppelt so schädlich wie Fettleibigkeit.
Im Alter stehen Freunde und Bekannte oft nicht mehr zur Verfügung, es geht also um die Suche nach neuen Kontakten. Soziale Kontakte sind eine psychische Schutzimpfung. Das Interesse an der Gemeinschaft beugt auch Demenz vor. Mit dem guten Gefühl, wichtig für andere zu sein, erlebt man auch Sinn und wappnet sich selbst gegen das Gefühl der Einsamkeit.

Vom Nutzen ehrenamtlicher Tätigkeit

Welchen beidseitigen Nutzen eine ehrenamtliche Tätigkeit bringen kann, zeigt Roiser anhand vieler Beispiele aus seiner langjährigen Tätigkeit im Ehrenamt und in der Ehrenamtskoordination auf und fügt hinzu: „Eine Ehrenamtskoordinatorin muss gut geschult und praxisnah vorbereitet werden. Die Heimleitung muss dahinter stehen und im Organigramm des Pflegeheimes muss ihre Funktion entsprechend abgebildet sein.

Natürlich geht es auch um die Schulung von Ehrenamtlichen, aber es geht auch um das informelle Lernen. Wenn Menschen lernen, mit anderen achtungsvoll zu reden, dann nehmen sie das in irgendeiner Form mit in ihre Familie und ihr Umfeld.

Das Ehrenamt außerhalb des Heimes, zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe etc. ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Es wird zwar praktiziert, könnte aber in noch wünschenswerterer Form umgesetzt werden. Dafür braucht es entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und mehr Anerkennung“, so Roiser.

„Anerkennung ist meiner Meinung nach das Zahlungsmittel für Ehrenamt, wir haben kein anderes! Wir sollten auch davon ausgehen, dass gesellschaftliche Herausforderungen ohne Ehrenamt in Zukunft nicht zu schaffen sind: Klimawandel, gelebte Demokratie, ethisches Wirtschaften, Politik, die etwas weiter denkt als bis zur nächsten Wahl…“

Roiser konstatiert auch ein Image-Problem: „Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt. Wenn ich am Wirtshaus-Stammtisch sage, dass ich ehrenamtlich in einem Pflegeheim tätig bin, fragt mich garantiert jemand: Hast du nichts anderes zu tun? Diese Person ist aber selbst oft bei der Freiwilligen Feuerwehr! Kurzum: Es braucht eine gute Öffentlichkeitsarbeit, speziell für das soziale Ehrenamt.“

 

Vorschau auf die kommenden Netzwerktreffen – bitte klicken!

 

Über das Aktionsnetzwerk ALT SEIN UND GUT LEBEN 2050

Das Alter ist eine besondere Lebenszeit. Es ist wichtig, ein Bewusstsein, eine Sensibilität für das Altern zu schaffen: Was braucht man als älterer Mensch, vor allem wenn es weg vom Berufsalltag hin in Richtung Pension geht? 
Die Grundidee hinter unserem Netzwerk erklärt auch unseren Namen: Die Babyboomer, also die heutige Generation um 50+ gestaltet ihre eigene Zukunft, wenn sie dann im Jahr 2050 um bzw. über 80 sind. Wir schärfen den Ausblick, dass wir 2050 auch alt sind und entsprechende Hilfe brauchen – und damit die Frage: Wie und woher bekommt man die dann eigentlich? Ist diese dann selbstverständlich da oder muss ich mich darum kümmern?
Es gibt keine zuverlässigen politischen Konzepte und deshalb müssen wir unsere Zukunft selbst gestalten, in vielen Bereichen – von der Alternativmedizin zur Bauwirtschaft, über die Finanzierung bis hin zur Vorsorge.
2050 werden wir dreimal so viel über-80-Jährige haben – die demographische Entwicklung ist ein brennendes Thema. Sind dann die Pensionen, ist das Leben gesichert? Können wir den Wohlstand, den wir heute spüren, auch 2050 noch halten?

Was wollen wir?

Wir wollen im Alter aktiv und selbstbestimmt leben, wir wollen viele soziale Kontakte haben. Wir wollen sinnvoll unterstützt leben und eine Wahlmöglichkeit haben, nicht abhängig sein, eingebettet in ein gutes abgestimmtes Miteinander – unabhängig davon, ob ich fit bin oder ob ich Hilfe brauche. Kurzum: Wir wollen das Leben selbst gestalten, auch wenn wir über 80 sind!

Wie arbeitet das Netzwerk?

Wir vernetzen alle Beteiligten zu diesen Themen: Von der Wissenschaft über die Wirtschaft bis zur Politik mit denjenigen, die in der Praxis stehen bzw. arbeiten und mit den Betroffenen. Es geht uns darum, gemeinsam neue Ideen und Prototypen zu entwickeln und daraus Projekte ins Leben rufen, diese zu begleiten und zu evaluieren. Wir entwickeln interdisziplinäre Modelle und lernen gemeinsam … so wie zB an einem Netzwerkabend, wo viele Professionist*innen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen und sich austauschen. Das Aktionsnetzwerk moderiert diesen Dialog, fasst Ergebnisse zusammen und stellt diese zur Verfügung, auch auf unserer Facebook-Site.