Interview mit Peter Eichler

Dr. Peter Eichler ist Mitglied des Vorstandes der UNIQA Österreich Versicherungen AG und UNIQA International AG. Er ist verantwortlich für das Ressort der Personenversicherungen.

Wie alt sind Sie 2050?
Unter der Voraussetzung, dass ich nicht vorher sterbe: 89 Jahre

Wie stellen Sie sich Ihren Lebensabend vor? Wo werden Sie leben, wie werden Sie betreut sein?
Ich hoffe, dass ich meinen Lebensabend gemeinsam mit meiner Frau verbringe. Am liebsten im eigenen Zuhause in gewohnter Umgebung. Obwohl (lächelt), eine spanische Insel würde mir auch noch ganz gut gefallen.

Was ist Ihnen dann besonders wichtig? Worauf werden Sie bis zum Schluss nicht verzichten wollen?
Auf alle Fälle möchte ich nicht einsam, verblödet und immobil sein. Einsamkeit und Demenz sind zwei Alterserscheinungen, die mir Sorgen machen. Ich würde gerne so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Ich denke, das werden wohl alle Interviewten sagen …

Angenommen Ihre Sozialsituation verändert sich dramatisch. Ihre Kinder siedeln in ein anderes Land oder Sie haben gar keine Kinder, die Pensionen reduzieren sich auf eine Mindestsicherung etc. Wie müssten die privaten und öffentlichen Strukturen in Österreich aussehen, damit Sie 2050 immer noch gut leben?
Eine sehr schwierige Frage. Hätte ich etwas zu sagen, dann würde ich vieles entrümpeln. Ich würde endlich Reformen angehen, um die Ausgabenquote zu senken. Diese Einsparungen brauchen wir dringend in anderen Bereichen. Das wichtigste Handlungsfeld ist für mich zweifellos: Investitionen und Reformen im Bildungsbereich. Bildung, Bildung, Bildung. Bildung sichert unseren sozialen Wohlstand.

Aus Sicht des Einzelnen hängt ein selbstbestimmtes Leben im Alter natürlich vom Gesundheitszustand ab: Gesunden Lebensstil kann man sehr gut lernen. Ein gesundes Leben in jungen Jahren ist ein wichtiger Baustein für unsere Lebensqualität im Alter. Auch das ist eine Frage von Bildung, das Bewusstsein für Eigenverantwortung können wir durch Bildung fördern. Nicht der Staat, Ärzte oder andere sind für meine Gesundheit zuständig, das bin ich in erster Linie selbst.

Wichtig ist auch der Medizinbereich an sich. Wir wissen z.B., dass wir auf einen besorgniserregenden Ärztemangel hinsteuern. Die Strukturen hier sind meiner Ansicht nach verkrustet und gehören aufgebrochen. Momentan liegt der Fokus auf der stationären Behandlung. Das finde ich nicht richtig.

Wenn Sie die Lebensrealität alter Menschen heute mit dem Zukunftsbild von „Alt sein und gut leben“ vergleichen – wie viel % fehlen?
Ich denke, die Lebensqualität vieler alter Leute ist heute sehr hoch. Die Pensionen sind noch relativ hoch, es gibt genug Wohnraum und politisch ist die ältere Bevölkerung in Österreich sehr gut vertreten. Ich fürchte, diesen Zustand werden wir so nicht erhalten können.

In wie weit tragen konkrete Projekte, Maßnahmen und Initiativen in Ihrem Kompetenzbereich zu einem guten Leben im Alter bei?
Als größte Krankenversicherung Österreichs beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Gesundheit und wollen einen positiven Lebensstil propagieren.

Was tun wir konkret? Unseren Firmenkunden bieten wir betriebliches Gesundheitsmanagement an. Unter vielem anderen fährt unser VitalTruck direkt zu den Unternehmen und die MitarbeiterInnen können ihre Vitalität testen lassen.

Unsere Privatkunden können gemeinsam mit VitalCoaches ihren Lebensstil verbessern. Sie bekommen Unterstützung bei den Themen Bewegung, Ernährung und Mentales. Dazu haben wir auch eine Gesundheits-Hotline eingerichtet.

Und – man kann ja nicht früh genug anfangen: Unseren Bildungsbeitrag leisten wir durch Vital4Brain. Wir gehen in Schulen und arbeiten mit Kindern und Lehrkräften an deren Gesundheitsbewusstsein. Vital4Brain ist ein Bewegungsprogramm, das – in Unterrichtstunden integriert -, die Konzentrationsfähigkeit der Kinder nachweislich erhöht. Es ist sicher mit ein paar Adaptierungen auch sehr gut für ältere Menschen geeignet, um geistig und körperlich fit zu bleiben. Das wäre gleich eine erste Idee für die Zusammenarbeit vom Aktionsnetzwerk und der UNIQA.

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